Natur als Raum für die kindliche Entwicklung Warum die Natur als Raum nehmen, wenn wir doch so liebevoll, ordentliche und bis ins kleinste Detail, gestaltete Räume für die Kinder anbieten können? Warum sollen die Kinder raus, wo sie doch mit Schmutz und somit Krankheitserregern ausgesetzt sind? Warum sollen wir die Kinder, wo sie Wind und Wetter ertragen müssen und sich dadurch erkälten oder einen Sonnenbrand holen können? Warum sollen so die Kinder raus, wo es doch so gefährlich sein kann und sie sich verletzen? Die Antwort ist klar, weil wir von der Natur für ein Leben in ihr gemacht wurden. Viele Erwachsene reden davon, dass wir eine Naturentfremdung der Kinder haben, haben aber gleichzeitig davor Angst, dass sich die Kleinen da draußen verletzen und darum sollten die Kleinen dann lieber doch drinnen spielen oder nur auf dem Spielplatz. Nein, so sollte es nicht sein. Die Natur ist nicht böse, gefährlich oder unhygienisch. Sie ist einfach nur dass,was sie ist: "Fantastisch". In ihr können wir den Dingen auf den Grund gehen, können mit all unseren Sinnen wahrnehmen und begreifen. Es gibt nichts schöneres für die Kleinen, als im Herbst durch das Laub zu laufen oder in der Pfütze zu spielen, Ameisen bei ihrer emsigen Arbeit zu beobachten, den Waldduft zu riechen und die Blätter der Bäume im Wind rascheln zu hören und den Marienkäfer oder eine Spinne auf der Hand zu spüren. Natürlich gibt es Risiken oder Gefahren in der Natur, etwa eine Bache mit ihren Frischlingen, aber davor können wir die Kinder bewahren, indem wir ihnen erklären, was man in der Natur darf und was nicht und wie man sich in ihr verhält. Wobei die Kleinen gute Beobachter sind und das tun, was wir tun. Die Natur gibt den Kleinen die Möglichkeiten sich immer weiterzuentwickeln und Ängste abzubauen. Vor allem in einer kleinen Gruppen aus Kindern im unterschiedlichem Alter. Die Kleinen lernen von den Großen und die Großen passen auf die Kleinen auf und alle bauen ihre Sozialkompetenz aus. Ein Beispiel aus dem Alltag: Da versucht das kleine Kind, einen liegenden Baumstamm hochzuklettern, weil das Größere darauf läuft und will dies auch tun. Weil es aber noch nicht so sicher ist, bewegt es sich lieber auf allen Vieren auf dem Baumstamm fort und klettert wieder runter oder bekommt Hilfe von dem größeren Kind, ohne das etwas passiert. Das kleine Kind hat sich etwas getraut, ja vielleicht sogar einer Angst (dem Herunterfallen) gestellt, aber es hat auch seine Grenze kennengelernt und ist aus eigener Vorsicht nur auf allen Vieren gekrabbelt statt zu laufen (irgendwann wird es auch dies tun und können) und Ich als Erwachsener freue mich, über die selbst erlebte Grenzerfahrung und dem eigenen Antrieb etwas auszuprobieren, weil ich das Kind gelassen habe. Ich habe Vertrauen in sein Handel gesetzt und habe nicht sofort das Tun unterbrochen mit den Ermahnungen, dass das Kind noch zu klein ist und wenn es runter fällt, sich weh tut. Ich habe nur das hier und jetzt gesehen und das Kind durch mein Beobachten aber nicht Eingreifen, mehr gefördert (motorisch und kognitiv), als durch Verbot und Ermahnung. Das Kind hat sich, durch die Freiheit, die die Natur einem gibt und ich in ihr zulasse, weiterentwickelt und die Bindung zu mir gefestigt, denn es spürte meine Anwesenheit und mein Vertrauen was ich entgegenbringe und weiß dass ich helfe wenn es selber Hilfe verlangt oder Trost, wenn es welchen braucht. Die Natur stärkt die Kinder nicht nur auf emotionaler oder motorischer Ebene, sondern auch auf gesundheitlicher. Durch das viele Tageslicht (nicht künstlich von der Decke), können sich die Augen auf natürliche Weise entwickeln. Die Haut lernt mit dem UV-Licht umzugehen aber auch mit Wind, Schmutz, Wärme und Kälte und wird robuster. Und weil wir ständig allen Elementen ausgesetzt sind, steigt die Arbeitsbereitschaft unseres Immunsystems an, um uns vor eventuellen Bakterien oder Viren zu schützen. Durch die faszinierenden Dinge, die es in der Natur zu entdecken gibt, leben die Kinder ihren Forscherdrang aus, sie fragen was das alles für tolle Dinge sind, was diese machen oder wie sie funktionieren oder entstehen. Und ich als Erwachsener geben ihnen die Antwort oder finden sie gemeinsam mit den Kindern heraus. So wird Sprache zu einem Kernelement zwischen uns aber auch zwischen den Kindern selbst und so lernen sie,sich dieses tolle Geschenk der Kommunikation auch selber. Draußen geschieht dies nebenher. Vor allem durch die Gruppe und das Bindungsverhalten, also mit der funktionierenden Beziehungen untereinander. Ohne Zwänge, Ideale, Druck oder Konkurrenz lernen die Kinder in der Natur vieles, was sie für ihre Entwicklung brauchen. Es werden Fundamente oder Wurzeln aufgebaut und gefestigt, so dass sie in ihrem eigenen Tempo, passend für ihre eigenen Interessen aber auch Stärken und Schwächen, wachsen können um zu den zu werden was uns ausmacht. Selbständig denkende, handelnde auf ihre Fähigkeiten abgestimmte und respektvolle Persönlichkeiten. Quelle: Inspiriert durch die Bücher “Wie Kinder heute wachsen” von Herbert Renz-Polster,  Grundgedanken der Montessori Pädagogik von Paul Oswald und Günther Schulz-Bensch  und der eigenen Einstellung sowie Erfahrung. © Daniel Moser 2016              Tageskinderbetreuung              “Kleine Eulen”