© Daniel Moser 2016 Kleiner Einblick in die Montessori Pädagogik Maria Montessori erkannte als Ärztin die überragende Bedeutung der Motorik als Sinnestätigkeit für die geistige Entwicklung. Das Montessori-Material ist ein wichtiger Bestandteil der pädagogisch vorbereiteten “Umgebung”. Es regt das Kind an, durch Selbsttätigkeit seine Persönlichkeit gemäß seines Entwicklungsstandes zu entfalten. Das Montessori-Material entspricht in seiner Klarheit, Strukturiertheit und Sachlogik den einzelnen Entwicklungsphasen (sensiblen Phasen) des Kindes. Auch die Übungen des täglichen Lebens und die Materialien für Mathematik,Lesen und Schreiben sowie der kosmischen Erziehung, kommen diesen Entwicklungsphasen entgegen. Die Sinnesmaterialien aber auch die für das tägliche Leben, dienen für die Bewegungserziehung der Grob- und Feinmotorik und helfen den Kindern, durch den richtigen Umgang, sich in die soziale und materielle Umwelt einzuüben und sich dadurch Sicherheit und Selbstvertrauen zu erwerben. Die frühen Erfahrungen mit den Materialien führt zu inneren Ordnugsstrukturen (geistige Ordnung) und zum Aufbau eines Körperschemas. Das Kind steht mit seinen individuellen Bedürfnissen im Vordergrund, so das dem Material eine didaktische Rolle zu kommt. Selbstständig setzt das Kind seine inneren Entwicklungskräfte frei (altersgemäße Entfaltung der Motorik und Sensorik), schritt für schritt vom Erwachsenen Unabhängig. Die Materialien und Übungen dienen dem Kind als “Schlüssel zur Welt”, mit dem es seine chaotischen oder unverarbeiteten  Eindrücke ordnet,strukturiert und verstehen lernt. Mit Hilfe der Materialien wächst das Kind in die Kultur und Zivilisation seiner Umwelt hinein. Ebenso lernt es durch eigene Erfahrungen, die Natur zu verstehen und sich in ihr zurecht zu finden, was auch Grundlage der kosmischen Erziehung ist. In der vorbereiteten Umgebung kann das Kind alle körperlichen und geistigen Funktionen üben und sich allseitig entwickeln (auf ganzer körperliche Ebene). Es ist in der Lage, seine bisherigen Erfahrungen zu Ordnen und sie zu einem ganzheitlichen System zu verknüpfen. Wahre Bildung besteht nicht darin,isolierte Kenntnisse nebeneinander stehen zu lassen, sondern die Erfahrungen zu einer gegliederten Ganzheit zu verbinden. Das eigentliche Wesen des Verstandes ist es, Ordnung zu schaffen (Vergleichen,Paaren,Unterscheiden,Kontrastieren...). So werden Zusammenhänge einsichtig, Abhängigkeiten deutlich,Gegensätze erkannt und Folgerungen gezogen. Die Materialien entsprechen der Bewegungslust des Kindes. Das kleine Kind erfährt seien Leib, baut sein Körperschema auf,entfaltet seine Augen-Hand-Fuß-Koordination und es gelangt so zu immer feineren und harmonischeren Bewegungen. Die Welt wird begriffen im wahrsten Sinne des Wortes.Bewegungen mit Sinneseindrücken verbunden, bilden die Grundlagen der geistigen Entwicklung. Durch einen selbsttätigen Umgang mit den Materialien, lernt das Kind eigene Arbeitsweisen. Es lernt sich Ziele zu setzen und entsprechende Wege zu finden . (Bei vorgefertigten Spielzeug geht dies kaum, da der Weg und die Möglichkeiten begrenzt oder starr vorgegeben sind.) Die Selbsttätigkeit beeinflusst die gesamte Entwicklung im emotionalen,kognitiven,sprachlichen und sozialen Bereich. Durch den starken Aufforderungscharakter des Materials findet das Kind Interesse an der Sache. Es entwickelt intrinsische d.h. innere) Motivation aus Neugierde und aus der Freude am Umgang mit dem Material, das ihm seine Welt zu verstehen hilft. Das Kind verhält sich dadurch sachorientiert und braucht weniger Hilfe vom Pädagogen/Eltern, die es in seiner Entwicklung beobachten und indirekt leiten, soweit dies nötig ist. Durch die “Isolierung der Eigenschaft und Ordnungsstrukturen” in den Materialien, durch die “Isolierung der Analyse von Handlungsschritten” bei den Übungen des täglichen Lebens wird die “Polarisation der Aufmerksamkeit” (tiefe, von innnen kommende Bindung) an den Gegenstand begünstigt. Um die Unabhängigkeit vom Erwachsenen zu fördern, enthält das Material aber auch die Übungen des täglichen Lebens, die Möglichkeit der Fehlerkontrolle durch das Kind. Sie dient der Selbstkontrolle des Kindes (bedarf somit nicht des Lobes vom Erwachsen, was schnell dazu führen kann, dass das Kind nur um des Lobes willen für uns aber nicht für sich arbeitet). Quelle:Arbeitsunterlage Montessori-Material von NIENHUIS                 Tageskinderbetreuung              “Kleine Eulen”